Chancengleich prüfen
Chancengleich prüfen
Lehrende können viel dafür tun, Prüfungen so auszugestalten, dass für alle Studierende geeignete Bedingungen geschaffen werden und die Bedarfe benachteiligter Studierender berücksichtigt werden. Das fängt damit an, dass Sie in Ihrer Veranstaltung von Anfang Offenheit für Bedarfe von Studierenden signalisieren.
Vielfaltssensible Prüfungsbedingungen schaffen
Zeigen Sie sich offen für die Bedarfe von Studierenden und signalisieren gleich zu Beginn der Veranstaltung, dass Sie gerne auf die Bedarfe der Studierenden eingehen wollen und bitten Sie sie, sich bei Ihnen auf individuellem Weg zu melden. DoBuS berät und unterstützt Sie gern, wenn Studierende behinderungsbedingte Bedarfe anmelden.
Damit Studierende sich gut auf die Prüfungen vorbereiten können, stellen Sie das Lehr-Lernmaterial rechtzeitig und in barrierefreier Form zur Verfügung. Im Portal digitale Lehre finden Sie Informationen zu den wichtigsten Regeln für barrierefreie Materialien.
Digitale Formate können für manche Studierende mit Beeinträchtigungen barrierefrei sein, für andere stellen sie je nach Format ein Problem dar. Das gleiche gilt für Papierklausuren: Auf Papier zu schreiben ist für manche Studierende mit motorischen oder mit Sehbeeinträchtigungen einfacher als am Computer. Für andere ist es aber eine gravierende Barriere. Deshalb ist es wichtig, dass Studierende rechtzeitig einen Antrag auf Nachteilsausgleich stellen, um die Prüfungsleistungen auf eine Art erbringen zu können, die der Behinderung gerecht werden (siehe eigener Abschnitt).
EvaExam-Onlineklausuren und das Prüfungsmoodle sind mit Ausnahme von einigen Fragearten auch mit assistiven Technologien nutzbar. EvaExam hat allerdings einige Barrieren für Screenreadernutzer*innen. Sie sollten vor der Prüfung EvaExam einmal ausprobieren können, da es zum Teil anders mit Screenreadern funktioniert als andere Fragebögen, die eine hohe Konzentration erfordern. Dabei kann DoBuS die Studierenden unterstützen. Allerdings kann auch eine alternative Umsetzung notwendig sein.
Wer assistive Technologien nutzt, braucht in der Regel mehr Zeit für die Prüfungen. Für die Studierenden ist es besonders hilfreich, wenn sie in einer Probeklausur die Fragetypen ausprobieren können. Dazu können Sie in Ihrem Moodlekurs eine Probeklausur anlegen. Machen Sie Studierende auf den Musterkurs für Studierende aufmerksam. Außerdem unterstützt DoBuS die Studierenden gerne, wenn sie Probleme mit dem Prüfungsmoodle haben.
Der E-Prüfungsraum ist für Studierende im Rollstuhl barrierefrei erreichbar und hat drei Arbeitsplätze für sie. Allerdings gibt es in dem Gebäude keine behindertengerechte Toilette in der Nähe. Deshalb kann es nötig sein, dass die Studierenden im DoBuS-Arbeitsraum schreiben müssen. Das gleiche gilt für Studierende, die assstive Technologien wie Screenreader, Zoomtext oder Sprachsteuerung nutzen. Diese Hilfsmittel sind im Arbeitsraum vorhanden.
Unterstützungsangebote für Lehrende
Umsetzung barrierefreier Lern- und Prüfungsmaterialien
DoBuS unterstützt Sie, Lehr- und Prüfungsmaterialien an die Bedarfe von Studierenden mit Behinderungen anzupassen, wenn Studierende den Bedarf anmelden. Bei Prüfungsmaterialien muss ein bewilligter Nachteilsausgleich vorliegen (siehe Abschnitt Nachteilsausgleich) Weitere Informationen zur barrierefreien Gestaltung von Prüfungsmaterialien.
Beratung bei Nachteilsausgleich
DoBuS berät Lehrende und Studierende mit Behinderungen bei Umsetzung eines bewilligten Nachteilsausgleich für Prüfungsleistungen.
Workshopangebote
Im Weiterbildungsprogramms der Hochschuldidaktik bietet DoBuS zwei Workshops an:
-
Psychisch erkrankte Studierende? Barrierefrei lehren und beraten
-
Digitale Lehr-Lernmaterialien barrierefrei gestalten